HDTV: „ARD ist Vorreiter“ im Langsam-sein
Im Online-Ratgeber der ARD ist ein Artikel zum Thema HDTV zu finden. Dort schreibt der Autor Frank van der Velden über HDTV in Deutschland. Anstatt gestochen scharfer Bilder käme häufig nur Pixelbrei – das ganze illustriert mit der Eins im Kreis, dem Senderlogo eines Senders, der sich beharrlich weigert in HDTV zu senden.
HDTV sei einfach zu teuer, deshalb dauert die Einführung heisst es in dem Artikel. Verwunderlich, wenn der Sender Anixe HD erwähnt wird, der „durch die hochauflösende Übertragung der Olympischen Spiele in Peking punkten“ konnte. Ein kleiner, weitgehend unbekannter Sender schafft es, Olympia in HDTV zu senden, während es den gebührenüberfinanzierten Sendern zu teuer ist.
Da mag es dann doch lächerlich anmuten, wenn geschrieben wird „Vorreiter sind ARD und ZDF. Zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver werden die Sender ihr Programm auf HDTV umstellen.“
Nicht erwähnt bleibt in dem Artikel, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nur in einer HD-ready-Auflösung (720p) anstatt Full-HD (1080i) senden werden, nicht erwähnt wird, dass es u. a. mit ORF 1 HD, BBC HD, SRG HD Suisse, France 2 HD bereits öffentliche-rechtliche TV-Sender im europäischem Ausland gibt, die bereits HDTV senden. Genauso bleibt unerwähnt, dass selbst Algerien und Kasachstan bereits fortschrittlicher in Sachen HDTV unterwegs sind.
Deutschland ist also HDTV-Entwicklungsland … für die ARD heisst das dann „Vorreiter sind ARD und ZDF“. Das ist doch mal unabhängiger Journalismus, für den man doch gerne Gebühren bezahlt.
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